Reisetagebuch & Journaling
Reisetagebuch vorbereiten: so richtest du dein Journal vor der Reise ein
Die entspannte Vorbereitung für ein Journal, das du wirklich füllen wirst.
Der häufigste Grund, warum schöne Reisetagebücher nach der Reise wieder leer in der Schublade liegen? Die Hürde, anzufangen. Eine leere Seite und ein vollgepackter Reisetag, das passt nicht zusammen. Die Lösung ist einfach: bereite dein Reisetagebuch vor der Abreise vor. Nicht komplett — gerade so viel, dass du Lust bekommst, es unterwegs aufzuschlagen. In diesem Guide: wann du anfängst, was du brauchst, wie du eine Struktur einrichtest, und warum du es vor allem nicht übertreiben solltest.
In diesem Artikel
Warum vorbereiten?
Ein unvorbereitetes Journal ist ein leeres Journal. Du bist auf Reise, du hast gerade etwas Besonderes erlebt, du setzt dich mit deinem Tagebuch auf eine Terrasse — und dann stößt du auf eine leere Seite. Du weißt nicht, wo du anfangen sollst. Du bekommst das Gefühl, es müsste „perfekt“ aussehen. Und ehe du dich versiehst, denkst du dir: dieses Ticket klebe ich später ein. Oder eben nicht.
Vorbereitung löst das. Sie senkt die Hürde an dem Moment, der am meisten zählt: dem ersten Moment, in dem du schreibst. Du öffnest dein Journal und findest schon einen Hintergrund, einen Titel, eine Einladung. Du musst nur noch ein bisschen von dir hinzufügen.
Und es gibt einen zweiten Vorteil: Vorbereiten bringt dich schon ein bisschen in die Stimmung deines Reiseziels. Es baut Vorfreude auf. Es wird Teil der Reise.
Wann anfangen mit der Vorbereitung
Fang ein bis zwei Wochen vor der Abreise an. Nicht am Vorabend — da bist du mit Koffer packen, Pass suchen und Stress beschäftigt. Auch nicht Monate vorher — dann verliert es seinen Charme und du kennst dein Reiseziel noch nicht gut genug.
Plane zwei bis drei entspannte Abende ein. Eine Tasse Tee, dein Journal, dein Material, vielleicht etwas Reise-Inspiration auf deinem Handy. Keine Eile. Lass es sich wie ein Teil der Reise anfühlen — ein Ritual, auf das du dich freust, statt einer Aufgabe auf deiner To-do-Liste.
Konkrete Planung
2 Wochen vor der Abreise: sammle dein Material, wähle ein Journal, falls du noch keins hast.
1 Woche vor der Abreise: richte Seitenstrukturen ein (Startseite, Highlight-Seiten).
Vorabend der Abreise: schau nur kurz, ob dein Journal in der Tasche ist — keine kreative Arbeit mehr.
Material-Checkliste
Was brauchst du wirklich? Nicht alles, was auf Pinterest steht. Das hier reicht, um schön zu starten:
- Ein Journal — A5 oder A6, liniert oder blanko. Bei Stuff To Travel findest du Reisetagebuch-Sets, in denen alles drin ist, was du zum Start brauchst.
- Einen guten Stift — schreibt geschmeidig, drückt nicht durchs Papier. Am liebsten schwarz oder dunkelblau.
- Washi Tape — zwei bis drei Rollen in Farben, die zu deinem Reiseziel passen.
- Dekorpapier — ein paar Bögen für Seitenhintergründe.
- Sticker — einzelne Sticker oder ein Stickerbogen mit passendem Thema.
- Klebepads oder eine Klebewalze — zum Einkleben von Tickets und Belegen unterwegs.
- Ein Bleistift und ein Radiergummi — für leichte Konturen, die du später nachziehen kannst.
- Optional: Buntstifte oder Fineliner — wenn du gerne zeichnest oder Farbe hinzufügst.
Nicht alles davon nimmst du mit — dazu kommen wir gleich. Für die Vorbereitung zu Hause reicht die Liste oben.
Seitenstruktur: was richtest du ein?
Die Idee ist eine Einladung. Ein paar leichte Konturen, die sagen: diese Seite wartet auf dich. Hier sind die Seiten, die sich am meisten lohnen vorzubereiten:
1. Die Startseite
Die allererste Seite deines Journals. Schreibe hier deine Flugdaten, Hotelnamen, Mitreisende, und — wichtig — deine Erwartungen vor der Reise. Worauf hoffst du? Wovor hast du ein bisschen Bammel? Was glaubst du, wirst du fühlen?
Nach der Rückkehr liest du diese Seite und siehst, was gestimmt hat, was anders war und was du nicht hattest kommen sehen. Vielleicht ist es die wertvollste Seite des ganzen Journals.
2. Eine Seite pro Highlight
Hast du schon Tickets fürs Kolosseum, den Louvre, die Sagrada Família? Eine Bootstour in der Halong-Bucht? Eine Aktivität, von der du weißt, dass du sie machst? Reserviere ihr eine Seite.
- Klebe das Ticket oben auf (oder eine ausgedruckte Bestätigung, falls es ein E-Ticket ist).
- Schreib den Namen in schönen Buchstaben — gerne mit einer kleinen Notiz.
- Füg das Datum hinzu.
- Lass den Rest leer für deine Gedanken und Erinnerungen nach dem Besuch.
3. Seiten in den Farben des Landes
Reserviere zwei oder drei Seiten für allgemeine Reiseeindrücke und gib ihnen einen Farbhintergrund, der zum Ziel passt:
- Griechenland: Weiß und Azurblau
- Italien: Terracotta, Ocker, weingelb
- Marokko: Mintgrün, Korall, Senfgelb
- Japan: Kirschblütenrosa, Indigo
- Skandinavien: zarte Blautöne und Mintgrün
- Tropisch: Türkis, Palmgrün, Sandfarbe
Ein bis zwei Bögen Dekorpapier oder eine leichte Aquarellfläche reichen. Lass Platz für Text und Sticker.
4. Eine Sinne-Seite
Zeichne eine Tabelle mit drei Spalten: Klang, Geruch, Geschmack. Eine Seite für die ganze Reise, oder eine pro Tag. Füll sie unterwegs aus. Es sind die Details, die am schnellsten verschwinden — und am meisten zurückbringen, wenn du sie liest.
5. Eine „kleine Momente“-Seite
Reserviere eine Seite ganz hinten für die kleinen Momente, die du sonst vergessen würdest: der Mann, der am Bahnhof eine Melodie pfiff, das Kind, das dir vom Fahrrad zuwinkte, das zufällige Gespräch mit der Frau im Bus. Keine Struktur, einfach kurze Notizen.
Profi-Tipp
Bereite maximal die ersten fünf bis zehn Seiten vor. Zu viel vorbereiten fühlt sich an, als hättest du deine Reise schon festgelegt, bevor sie angefangen hat — und dann verlierst du gerade die Spontanität, die ein Reisetagebuch besonders macht. Lass 80 % des Journals leer.
Inspiration sammeln vor der Reise
Ein oft unterschätzter Teil der Vorbereitung: Inspiration sammeln. Das bringt dich schon vor der Abreise in die richtige Stimmung — und gibt dir ein paar Fragmente, auf die du unterwegs zurückgreifen kannst.
- Pinterest: leg ein Board mit Seitenlayouts an, die dir gefallen. Das hilft dir, deinen Geschmack zu schärfen, bevor du anfängst.
- Reiseführer: notiere ein schönes Zitat oder ein Hintergrundfaktum, das dich berührt hat. Kleb es auf eine Seite.
- Filme, Bücher, Songs: hörst du ein Lied, das zu deinem Ziel passt? Schreib den Titel auf eine Seite, oder eine Zeile aus dem Text.
- Leute, die dort waren: frag in deinem Umkreis nach. Bekommst du einen Tipp, der dich berührt? Notier ihn.
Eine Handvoll dieser Inspirationsfragmente in deinem Journal vor der Abreise gibt dir etwas, worauf du in einem ruhigen Moment unterwegs zurückgreifen kannst.
Journal einpacken: was mit, was bleibt
Du musst nicht deinen ganzen Bastelvorrat mitnehmen. Im Gegenteil, das würde dir entgegenarbeiten. Was mitkommt:
- Dein Journal (klar)
- Ein bis zwei Stifte
- Ein Röllchen Washi Tape (in einer neutralen Farbe)
- Eine kleine Tüte Klebepads oder eine Klebewalze
- Ein paar einzelne Sticker
- Ein paar einzelne Bögen Dekorpapier, wenn du Platz hast
Was zu Hause bleibt: deine Vorräte, Buntstifte (außer du zeichnest wirklich viel), Scheren, Klebstoff, alle Washi Tapes, die du nicht akut brauchst. Unterwegs sammelst du ganz von selbst neues Material — Flyer, Karten, Verpackungen — das dem Journal den meisten Charakter gibt.
Eine Hülle für unterwegs
Eine Buchhülle oder ein Stoffbeutel schützt dein Journal im Rucksack. Und du holst es schneller heraus — wenn es leicht zu finden ist, benutzt du es öfter.
Die erste Seite als Ritual
Hier kommt der schönste Teil. Schreib deine erste echte Seite vor der Abreise. Zum Beispiel ein paar Tage vorher, in einem ruhigen Moment. Eine Seite, die etwas anderes tut als die Startseite: hier schreibst du auf, wie du dich an dieser Schwelle fühlst.
Was steht drauf?
- Wie du dich fühlst: angespannt, aufgeregt, nervös, glücklich?
- Was du auf dieser Reise zu lernen oder zu fühlen hoffst
- Wen du zu Hause lässt und was du ihnen sagen würdest
- Was die Reise für dich in diesem Moment deines Lebens bedeutet
Eine Seite reicht. Das macht etwas Besonderes: dein Journal ist schon begonnen. Die zweite Seite ist nicht mehr „die erste“. Du musst sie nur noch füllen.
Was du nicht tun solltest
Ein paar Stolpersteine, die du bei der Vorbereitung vermeiden solltest:
- Zu viele Seiten im Voraus füllen. Ein Reisetagebuch, das schon durchgeplant ist, liest sich wie ein Reiseplan mit Dekoration. Lass Raum für das, was die Reise dir wirklich bringt.
- Zu perfektionistisch sein. Deine Vorbereitungen dürfen wackelig und unperfekt sein. Schiefe Ränder, ein schiefer Rahmen, ein Streifen Washi Tape, der nicht ganz gerade sitzt — das gibt Charakter.
- Spezifische Texte im Voraus schreiben. Schreib nie Sachen wie „Heute war großartig“, bevor du losgefahren bist. Lass die Spontanität für die Reise.
- Zu viel Material mitnehmen. Ein halber Bastelladen im Rucksack funktioniert nicht. Halt es überschaubar.
- Warten, bis du es „schön genug“ hinkriegst. Eine unperfekte Vorbereitung ist besser als perfekte Pläne, die nie passieren.
Zum Schluss
Ein Reisetagebuch vorzubereiten ist ein Geschenk an dich selbst — an deinen ruhigen Abend auf einer Terrasse in Lissabon, an deinen Sonntagmorgen in einem Hotelzimmer in Tokio, an den Moment, in dem du noch Lust hast, etwas festzuhalten, aber keine Energie mehr, anzufangen.
Mach es in den Wochen vor der Abreise, eher als am Abend davor. Halt es leicht. Lass Raum. Und denk daran: das Beste — das Füllen — fängt erst an, wenn du losfährst.
Bereit für die Vorbereitung?
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